Architektur

Denkmal des Monats // Großmarkthallen

Happy Birthday denkmalanhamburg! Louisa Schwope feiert mit ihrem Instagram-Account zweijähriges Jubiläum und hat zu diesem besonderen Anlass eines ihrer liebsten Denkmäler ausgewählt: Die Großmarkthallen in Hammerbrook.

Große Fensterbänder belichten die Hallen im Norden. © Louisa Schwope

Zur Feier des Tages ein wahrer Knaller, wie ich finde: Die Großmarkthallen von Bernhard Hermkes et al. in Hammerbrook. Wer noch davon überzeugt werden muss/möchte, dass Sichtbeton elegant, dynamisch und schlichtweg schön sein kann, möge sich diese Stahlbeton-Beauty am Oberhafenkanal einmal näher anschauen!

Dynamische Stahlbetonkonstruktion © Louisa Schwope
Fensteröffnungen © Louisa Schwope

Unter den zweieinhalb Sinuswellen, die von drei nach Norden zeigenden Fensterbändern unterbrochen werden, bieten seit 1962 rund 40.000 qm Platz für Obst und Gemüse sowie Schnittblumen. 2015 wurde ein Teil der Hallen zu einem Musicaltheater umgebaut (Fans eines zaubernden Jünglings kommen hier auf ihre Kosten), sodass man mittlerweile nicht mehr mit oben genannten Gütern handeln muss, um in eine der Hallen zu gelangen.
Die raffinierte Konstruktion aus drei Bögen mit eingehängten Traversen ist ausführlich und mit Bildmaterial im „Ingenieurbauführer Hamburg“ von Sven Bardua beschrieben – ein Buch, das ich euch generell ans Herz legen möchte!

Blick in den Teil der Hallen, der heute noch als Großmarkt genutzt wird. © Louisa Schwope
Die einstige Schalung ist noch gut zu erkennen. © Louisa Schwope
Hier grüßen die 1950er und 60er Jahre: Treppenaufgang in den Großmarkthallen. © Louisa Schwope
Lüftungsturm auf der Freifläche vor den Großmarkthallen. © Louisa Schwope

Diese Großmarkthalle ist die letzte ihrer Art in Deutschland, so ist es bei Bardua zu lesen. Natürlich gab es entsprechend einen Vorgänger in Hamburg, nämlich die Deichtorhallen am anderen Ende der Banksstraße. Die Banksstraße war einst die Hauptzufahrt Richtung Hammerbrook; die Amsinckstraße ist ein Kind der autofreundlichen Nachkriegszeit.

Detail der Westfassade. © Louisa Schwope

Hammerbrook wurde 1943 durch Bombardierung nahezu vollständig zerstört, sodass es für neue, große Strukturen Flächen gab. Wer heute die Banksstraße runterfährt, hat keine Ahnung mehr von der einstigen Bedeutung der Straße, denn sie endet ungefähr auf der Hälfte, anschließend stehen die Großmarkthallen im Weg. Lediglich die wunderschöne Oldtimer-Tankstelle gibt noch einen Hinweis darauf, dass es hier einst regen Verkehr Richtung Elbbrücken gegeben haben muss.

DATEN:
Baujahr: 1958-1962
Entwurf: Gerhart Becker, Jürgen Elingius, Ulrich Finsterwalder, Bernhard Hermkes, Gottfriedt Schramm
Denkmalnr.: 14123
Adresse: Banksstraße 28
Google-Maps-Link: https://goo.gl/maps/RwNqWZSKwAueGdEy7

Verortung Großmarkthallen
Über Louisa Schwope
Auf ihrem Instagram-Account @denkmalanhamburg zeigt Louisa Schwope fotografische Begegnungen mit Hamburger Denkmälern. Unter dem Motto "Eine Einladung – ein Schaufenster – ein Spaziergang" will sie Lust machen, sich selbst auf Entdeckungstour zu begeben, Hamburgs Denkmäler mit neuem Blick zu betrachten.