Tuesday Reads

Tuesday Reads #27

Tuesday Reads Ausgabe 27/2019

Der öffentliche Raum wird zurück erobert: ein autofreies Rathausquartier, ein kameraüberwachter Hansaplatz, ein Badestrand in Blankenese, ein neuer PARK(S), ein vom Abriss bedrohte Brücke, David Chipperfield über urbane Vakuen in Städten und Vieles mehr…

Jeden Dienstag wird das aktuelle Geschehen der vergangenen Woche rund um Architektur und Stadt in unseren Tuesday Reads zusammengefasst.

Rathausquartier wird ein bisschen autofrei

„In Hamburg kann das Modellprojekt “Fußgänger­freundliches Rathausquartier” voraussichtlich tatsächlich starten. Die Behörden im Bezirk Hamburg-Mitte haben sich mit Polizei und Initiatoren auf die Rahmenbedingungen geeinigt. Die Kleine Johannisstraße und ein Teil der Schauenburger Straße können somit ab 1. August für drei Monate autofrei bleiben. Jeweils von elf bis 23 Uhr dürfen nur noch Fußgänger und Radfahrer die kleinen Straßen im Rathausquartier nutzen. Ursprünglich sollte das Projekt die Straßen Neß, Neue Burg, Trostbrücke, Schauenburgerstraße, Große Bäckerstraße, Kleine Johannisstraße, Börsenbrücke und Dornbusch umfassen. Nun sind nur noch zwei Straßen vorgesehen.“ Weiterlesen beim NDR.

Hansaplatz wird von 16 Kameras überwacht

„Der Hansaplatz im Stadtteil St. Georg gilt als einer der Kriminalitätsschwerpunkte in Hamburg – mit Straftaten wie Raub, Diebstahl, Körperverletzung sowie Sexual- und Drogendelikten. Um das einzudämmen, wird der Platz unweit des Hauptbahnhofes seit Mittwochabend videoüberwacht.“ Ein Beitrag im NDR.

Kriminalitäts-Hotspot So überwacht die Polizei jetzt den Hansaplatz

„Der Hansaplatz gilt neben der Reeperbahn als Kriminalitäts-Hotspot in Hamburg: Drogenverkauf auf offener Straße, illegale Prostitution, Gewalt. Daher wird nach zehn Jahren auch wieder eine Videoüberwachung eingeführt: 22 Kameras haben seit Mittwochabend den Bereich im Auge. „Das ist Hightech“, sagt Olaf Sobotta, Chef vom örtlichen Polizeikommissariat 11.“ Hier entlang zum Artikel in der MOPO.

Abriss verhindert – In diesem Bunker sollen jetzt Sozialwohnungen entstehen

„Der von den Anwohnern befürchtete aufwändige Abriss des Hochbunkers am Kuhnsweg (Winterhude) ist vom Tisch: Der Bund als Eigentümer und die Stadt Hamburg haben sich darauf geeinigt, dass das fensterlose Nazi-Gemäuer auf dem freien Markt zum Verkauf angeboten wird. Der Käufer bekommt strenge Auflagen und muss in dem dicken Gemäuer Sozialwohnungen errichten.“ Ein Artikel in der MOPO.

St. Pauli! – Und zwar: „Selbst gemacht!“

„Hamburg gehört zu den teuersten Städten Deutschlands. Dort haben es alternative Projekte schwer, Räume zu finden. Doch es gibt Wege und es gibt Aktivisten, die mit viel Engagement und ohne das große Geld Neues schaffen.“ Ein Beitrag im Deutschlandfunk Kultur.

Viele Unterstützer wollen die Cremonbrücke erhalten

„Initiativen und Verbände stellen sich gegen einen Abriss der Fußgängerbrücke an der Willy-Brandt-Straße.“ Ein Artikel im Hamburger Abendblatt (Abo).

Flanieren statt parken

„In Hamburg-Ottensen und beim Rathaus entstehen zumindest zeitweise zwei autofreie Quartiere. Das Ziel ist es, Erfahrungen mit dem Konzept zu sammeln.“ Ein Artikel in der taz.

Neue Holsten-Brauerei geht im November an den Start

Nach mehreren Verzögerungen steht der Starttermin für die neue Braustätte in Hamburg-Hausbruch nun fest.“ Ein Artikel im Hamburger Abendblatt (Abo).

“Haus der Erde” wird erst später fertig

Der fast 180 Millionen Euro teure Neubau für die Klimaforschung am Schlump, das “Haus der Erde”, gilt als eines der Prestigeobjekte der Hamburger Universität. Nach Informationen von NDR 90,3 verzögert sich die Fertigstellung jetzt allerdings um mindestens eineinhalb Jahre.“ Ein Beitrag im NDR.

So wird in Lokstedt nachverdichtet – Bürger können Stellung nehmen

„In Lokstedt sollen durch Nachverdichtung bis zu 160 neue Wohnungen entstehen. Bürger können den Entwurf zum Bebauungsplan bis zum 26. August öffentlich einsehen und zu den Plänen Stellung beziehen.“ Ein Artikel in den Eimsbütteler Nachrichten.

Nach Abriss der Leuchttürme: Ein Badestrand für Blankenese

„Die Chancen für den faszinierenden Plan stehen laut Elbschwimmerin Hella Kemper so gut wie nie, da vor Ort vieles im Umbruch ist.“ Ein Artikel im Hamburger Abendblatt (Abo).

Der Alster-Bille-Elbe-Grünzug in Hammerbrook

„Der Senat will Alster, Bille und Elbe durch einen Grünzug verbinden. Eine Gruppe aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten und Nachbarn macht sich daran, brache Flächen zurückzuerobern.“ Ein Artikel in der Welt.

Wilhelmsburgs Millionenprojekt – 3500 Meter unter der Erde

„Hamburg Energie plant für 80 Millionen Euro Verbund aus Blockheizwerken, Energiebunker und Geothermiewerk unter dem Reiherstieg.“ Ein Artikel im Hamburger Abendblatt (Abo).

Rund 1.300 Betten: Vier große Hotelprojekte nördlich der B73 im Binnenhafen geplant

„Spätestens in fünf Jahren könnten allein im Harburger Binnenhafen rund 1.300 neue Hotelzimmer entstehen. Das Bezirksamt hat zurzeit Anfragen und Bauanträge für mindestens vier Hotelprojekte vorliegen. Harburgs Baudezernent Jörg Heinrich Penner würde es allerdings „nicht überraschen“, wenn nicht jedes Projekt tatsächlich umgesetzt wird.“ Weiterlesen im Elbe Wochenblatt.

Wohnen über Güterzügen – Hamburg: SPD will Wohnungen über Zugstrecken bauen

„Die Wohnungsnot macht‘s möglich: In Hamburg entstehen Wohnungen über Parkplätzen und direkt an Bahnstrecken. Doch jetzt kommt es noch krasser. Die SPD kann sich vorstellen, auch Häuser über Zugstrecken zu bauen! Vorbild ist Köln: Dort werden gerade 67 Wohnungen über einer Güterzugstrecke errichtet. Auf einer Länge von 160 Metern fahren dann Züge unter den Wohnungen durch. Übrigens auch mit Gefahrgütern.” Ein Artikel in der MOPO.

Neubauten in Hamburg – Hört auf, unsere Stadt zu verschandeln!

„Plattenbauten galten im „Arbeiter- und Bauernstaat“ als verdammt fortschrittlich. Die Menschen in der DDR waren froh über moderne Wohnungen und freuten sich über funktionierende Zentralheizung und Badewanne. Oft ohne jede städtebauliche Rücksicht wurden diese Wohngebäude auch mitten in Altbau-Quartieren hochgezogen, um die Wohnungsnot in der DDR zu lindern. Heute rümpfen vor allem „Wessis“ über diese Einfach-Architektur die Nase. Dabei sind wir doch in Hamburg auf dem besten Weg, unsere schöne Stadt ähnlich zu verschandeln. Stoppt endlich diese unsägliche Schachtel-Architektur, die inzwischen ganze Straßenzüge trist und öde erscheinen lässt!“ Ein Artikel in der MOPO.

Neubauten in Hamburg – Wie soll das Wohnen aussehen? Das sagen die MOPO-Leser

„In Hamburg fehlt günstiger Wohnraum, der der enormen Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt gerecht werden kann. Und dort, wo dieser Wohnraum entsteht, sorgen die Pläne der Stadt mitunter wegen ihrer Gestaltung für Frust – wie im Falle der „Neuen Mitte Altona“.„Stoppt endlich diese unsägliche Schachtel-Architektur, die inzwischen ganze Straßenzüge trist und öde erscheinen lässt“, forderte MOPO-Redakteur Thomas Hirschbiegel. Und was sagen die MOPO-Leser dazu?“ Hier entlang zu den Aussagen.

Wie schlimm ist die Lage wirklich?

„Auf dem Wohnungsmarkt deutet sich eine Entspannung an, sagt der Vertreter der Immobilienbranche. Das behauptet ihr seit Jahren, entgegnet der Mann vom Mieterverein. Ein Streitgespräch über Wohnkosten und die neue Angst der Mittelschicht.“ Ein Interview mit Frank Driescher bei ZEIT Online (Abo).

Senat sucht schwarze Schafe

„Auf 16 Plattformen, die Wohnungen als Ferienunterkünfte anbieten, hat die Stadtentwicklungsbehörde Verstöße gegen das Wohnraumschutzgesetz gefunden.“ Hier entlang zum Artikel in der taz.

Hinters Licht geführt

Warum neue Gebäude auf den Visualisierungen der Architekten selten aussehen wie in Wirklichkeit.“ Ein Artikel bei ZEIT Online (Abo).

Investor will in der Heide Reiter-Resort bauen

„Das Gelände einer ehemaligen Klinik in Wintermoor (Heidekreis) liegt schon lange brach. Die Gebäude verfallen zusehends. Nun erwägt ein Investor aus Hamburg auf dem 76.000 Quadratmeter großen Areal inmitten der Lüneburger Heide den Bau eines Reiter-Resorts und eines Natur-Hotels. Aktuell seien unter anderem etwa 50 Ferienhäuser mit Pferdeboxen und Auslaufflächen, zwei Reithallen sowie 75 Hotelzimmer mit Wellnessangebot in der Vier-Sterne-plus-Kategorie geplant.“ Weiterlesen beim NDR.

Unwiderstehlich

„Das Berliner Atelier Loidl gestaltet Parks, die Menschen anlocken. Um gutes Design oder originelle Themen geht es dabei gerade nicht. Auf die Atmosphäre kommt es an.“ Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

So begann das Elend unserer Architektur

„Der öffentliche Raum hat vielfach alle privaten Räume und Rückzugsgebiete „geschluckt“. Der Zeilenbau, also die Auflösung der Wohnquartiere in parallel laufende, unverbundene Häuserzeilen, kennt keine privaten städtischen Räume mehr. Die frei stehenden Baublöcke werden von einem Meer von Abstandsgrün umspült.“ Ein Artikel in der Welt (Abo).

Städte reagieren auf Besucheransturm

„Tourist go home! Da mag der Tourismus wirtschaftlich noch so wichtig sein, in vielen Städten haben die Bewohner schlicht die Nase voll davon. Wie Städte wie Berlin, Amsterdam und Barcelona dieses Problem lösen wollen, erklärt Stadtplaner Johannes Novy.“ Ein Beitrag im Deutschlandfunk Kultur.

Deutschland muss mehr bauen

„Bis 2020 müssen in Deutschland pro Jahr 341.700 neue Wohnungen entstehen, um den hohen Bedarf zu decken. Vor allem die Städte hinken stark hinterher. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wo besonders viele Wohnungen fehlen.“ Weiterlesen beim Institut der Deutschen Wirtschaft.

Vom Mietrecht zu den Mieterrechten

„Die Mieter sind keine starke Macht, obwohl hierzulande über die Hälfte der Menschen zur Miete wohnen. Den Markt dominieren die Vermieter, entsprechend steigen die Preise. Es gibt aber Ansätze und Initiativen, um das Kräfteverhältnis auszugleichen.“ Ein Beitrag im Deutschlandfunk Kultur.

Die faszinierende Idee Stadt

„Es ist die Anziehungskraft der Städte, die genau diejenigen Qualitäten zerstört, die sie eigentlich so attraktiv machen. Es droht das urbane Vakuum in den Zentren unserer Städte.“ Ein Gastkommentar von David Chipperfield in der NZZ.

Gute Zwischenbilanz zum Bauhaus-Jubiläum

„Meisterhäuser, Bauhausgebäude und bald noch das Museum: Dessau-Roßlau steht in diesem Jahr wegen des Bauhaus-Jubiläums besonders im Fokus. In der Stadt macht sich das bemerkbar.“ Ein Artikel in der Welt.

Wie arbeiten wir morgen?

„Arbeit neu gestalten, aber wie? Konzepte wie New Work versprechen ein selbstbestimmtes Arbeitsleben. Vielleicht ermöglichen sie sogar Unternehmen, die ohne Führungspersonal funktionieren. Das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat solche Zukunftsmodelle untersucht.“ Ein Beitrag bei detektor.fm.

Von der Schönheit der Zerstörung

„In wuchtigen Bildern erzählt der Filmemacher Nikolaus Geyrhalter davon, wie der Mensch sich in seiner Sucht nach Ressourcen immer tiefer in die Haut der Erde gräbt. Ein beeindruckender Film, der die großen Fragen stellt.“ Ein Beitrag im Deutschlandfunk Kultur.