Kultur

Hamburger Architekturhighlights digital erleben

Waterworks Falkenstein | © BIWERMAU Architekten BDA, Postproduktion: Stella Mau

Aufgrund der Pandemie wird der diesjährige Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst am 27. Juni auf die digitale Ebene verlegt und läuft ein Jahr lang.

Walkie-Talkie-Gemurmel. Ein Zoom auf einen Klinkerbau. Knistergeräusche. Bildwechsel. Das gleiche Gebäude, nur runtergekommener, mit Tags und Graffitis besprayt und auf einer Baustelle. Zoom-Out, das Gebäude befindet sich in einem deutlich urbaneren Kontext. Immer wieder wechseln die Bilder – vorher, nachher, dazwischen. Es ist die Kleiderkasse in der Neuen Mitte Altona, die von HS-Architekten saniert wurde. Der Kurzfilm ist einer von insgesamt 28 Beiträgen, der am diesjährigen Tag der Architektur und Ingenieurbaukunst Hamburger Bauten präsentiert.

An die Tatsache, dass dieses Jahr alles anders läuft, müssten sich die meisten mittlerweile gewöhnt haben. Nun stellt sich vielmehr die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, Menschen Kulturangebote näher zu bringen und Inhalte zu vermitteln ohne dabei gegen die Corona-Auflagen zu verstoßen. Zugegeben, es ist nicht einfach, vieles bleibt leider auch bis auf Weiteres nicht umsetzbar. Doch hilft die Krise, Gewohntes hinter sich zu lassen, stattdessen zu improvisieren und damit neue Methoden und Formen der Kulturvermittlung zu erarbeiten.

Goldbeker, Wohnungsbau in Winterhude / kbnk ARCHITEKTEN GMBH | © kbnk ARCHITEKTEN GMBH
Goldbeker, Wohnungsbau in Winterhude / kbnk ARCHITEKTEN GMBH | © kbnk ARCHITEKTEN GMBH

So entschied sich das Organisationsteam des Tags der Architektur und Ingenieurbaukunst dazu, die Vorstellung und Vermittlung von Architekturen in den digitalen Raum zu verlagern. Statt wie bisher an einem Wochenende die Bauten bei Besichtigungen und Führungen zu erläutern, wurden dieses Jahr Hamburger Architektur- und Ingenieurbüros gebeten, ihre Projekte auf eine andere Art und Weise zu präsentieren.  

Entstanden sind dabei Zeichnungen, Fotografien und kurze Filmbeiträge, die Architekturinteressierten Vorhaben und fertiggestellte Projekte näherbringen sollen. Neben dem Kurzfilm von HS-Architekten berichten blauraum-Architektïnnen über ihre persönlichen Highlights im Projekt HC34 in der HafenCity. Der Elbtower wird wiederum in Form einer Baugrunderkundung vorgestellt. Oder es geht in einer Diashow auf dem Fahrrad drei Kilometer entlang des Eilbekkanals.

Ersatzneubau Hauptgebäude der Erich-Kästner-Schule | © Andreas Fromm
Ersatzneubau Hauptgebäude der Erich-Kästner-Schule / SEHW Architekten | © Andreas Fromm

Statt ein Wochenende, hat man ab Samstag, den 27. Juni ein Jahr Zeit, alle Projekte im eigenen Tempo kennenzulernen. 2021 soll es dann wieder wie gewohnt mit den Besichtigungen und Führungen weitergehen. Vielleicht wird das ein oder andere neu entwickelte Format beibehalten – Improvisation bietet schließlich auch die Chance zur Weiterentwicklung.  

Hier geht es zu allen Projekten des Tags der Architektur und Ingenieurbaukunst (Der Link ist ab Samstag freigeschaltet.)

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