Stadt

Ein Versuch, vier Stadtteile zu verknüpfen

Entwurf von E2A Architekten mit Hager

Vier Stadtteile sollen an den Elbbrücken entlang Bille und Elbe zusammenwachsen. Drei Entwürfe zeigen, wie der Standort rund um die Billhorner Brückenstraße aussehen könnte.

Hamburg wächst zusammen. Dass solch eine Lückenschließung dabei herausfordernd sein kann, zeigt das jüngste Großprojekt der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW): An den Elbbrücken sollen die vier Stadtteile Rothenburgsort, Veddel, Hammerbrook und HafenCity miteinander verknüpft werden. Die Planungen um die Entwicklungen der einzelnen Stadtteile laufen bereits seit Jahren: So wird das östliche Hamburg mit dem umfangreichen Stadtentwicklungsprojekt „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ nachverdichtet und durchmischt, die HafenCity nähert sich langsam ihrer östlichen Fertigstellung und die Veddel wird gemeinsam mit der Entwicklung des Grasbrooks stärker wahrgenommen werden.

Wie lassen sich vier Stadtteile, die durch einen Transitraum zerschnitten sind, sinnvoll verbinden?

Nun soll neben dem Elbtower, der im vergangenen Jahr als die große begrüßende Landmarke vorgestellt wurde, das städtebauliche Umfeld stärker definiert werden und damit den Eingang in den innerstädtischen Bereich markieren. Doch wie geht man mit dieser diffusen städtebaulichen Situation um? Derzeit werden die Stadtteile von mehrspurigen Straßenzügen zerschnitten. Große Verkehrsmengen werden mit hoher Geschwindigkeit in die Stadt hinein- bzw. herausgetrieben. Wie lassen sich diese Stadtteile zusammenschließen, räumliche Qualitäten schaffen und gleichzeitig der Transitraum als solcher erhalten?

Um für diesen komplexen Standort eine geeignete Lösung zu finden, führte die BSW Anfang des Jahres ein Städtebauliches Testplanungsverfahren durch. Aufgabe war es, neben dem Fokus auf dem Billebogen, den Bereich mit den denkmalgeschützten Hallen um den Veddeler Marktplatz zu entwerfen, das Autobahnkleeblatt zwischen Billhorner Brückenstraße und Billhorner Röhrendamm umzuplanen, einen geeigneten Standort für die multifunktionale Veranstaltungshalle Elbdome zu finden sowie ein Leitbild für die Grün- und Wasserräume an Bille und Elbe zu entwickeln. Insgesamt sechs Planungsbüros beteiligten sich – die drei Entwürfe von COBE, gmp mit WES und E2A mit Hager wurden schließlich ausgewählt. 

Drei verschiedene Herangehensweisen

gmp verlängern gemeinsam mit WES LandschaftsArchitekur den Elbpark Entenwerder nach Westen in den Billhafen hinein und bilden mit dem Elbdome einen neuen Sportpark an der Bille. Die stark befahrene Billhorner Brückenstraße soll zudem räumlich gefasst werden. Im südlichen Bereich der Elbe soll ein weiterer Grünraum direkt am Wasser entstehen: Der „Veddeler Balkon“ würde damit der Veddeler Bevölkerung einen ersten offiziellen Zugang ans Wasser bieten.

Entwurf von gmp und WES
Blick über den Billhafen auf den Brandshof mit dem Elbdome und zugehörigem Turm in zweiter Reihe | © gmp Architekten mit WES LandschaftsArchitektur

Das Schweizer Architekturbüro E2A, das die Masterplanung für das Pergolenviertel erstellt hat, sieht einen großflächigen Brückenpark zwischen Hammerbrook, Rothenburgsort und der HafenCity vor. Der Elbdome steht dabei als Solitair im Zentrum des Parks – an der Stelle, an der sich aktuell das Autobahnkleeblatt befindet. 

Das dänische Architektur- und Landschaftsarchitekturbüro COBE Architects sieht neben dem Elbdome einen zweiten Hochpunkt neben dem Elbtower vor. Daneben werden in Ergänzung zum Entenwerder Elbpark zwei weitere Grünräume geschaffen: der Bille Brückenpark und der Veddeler Deichpark.

Entwurf von COBE Architects
Blick auf den Billhafen mit der Veranstaltungshalle Elbdome und zugehörigem Turm | © COBE Architects

Alle Entwürfe sind noch sehr vage gehalten, zeigen allerdings die Tendenz, die Grün- und Wasserräume stärker herauszuarbeiten. Momentan fällt es jedoch sehr schwer, sich diese verkehrsbelastete Schneise als einen grünen Ort mit Aufenthaltsqualitäten vorzustellen. Eine Information, inwieweit eine Nachverdichtung durch Wohnbauten geplant ist, fehlt. Selbst wenn der Verkehr zunächst in den Hintergrund gerückt scheint, so kommen gerade deshalb Fragen zur Anbindung an den ÖPNV auf. Wie sollen diese neuen Räume erschlossen werden? Bisher ist lediglich die S-Bahn Haltestelle an den Elbbrücken vorgesehen. Soll die Anbindung um die Amsinckstraße bzw. den Billhorner Röhrendamm weiterhin nur mit dem Bus erfolgen? 

Mitbestimmen, wie es weitergeht

Am 16. November werden die drei Entwürfe der Öffentlichkeit im Rahmen einer Stadtwerkstatt präsentiert und gemeinsam mit parlamentarischen Gremien diskutiert. Im Anschluss daran werden die Entwürfe ausgestellt und können in einer Online-Beteiligung diskutiert werden. Bis zum Sommer 2020 soll ein Leitkonzept für die weiteren Planungen entwickelt werden. 

Verortung Elbbrücken und Billebogen
Verortung Elbbrücken und Billebogen

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